
Kommode mit Schubladen – der Ratgeber: Maße, Holz, Farbe, Stil
Die Kommode ist nach dem Bett das Möbelstück, das am häufigsten falsch gekauft wird. Zu schmal für den Flur, zu niedrig fürs Schlafzimmer, in einer Farbe, die mit der Wand kämpft. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei einer Kommode mit Schubladen wirklich ankommt: Maße und Proportionen, Anzahl der Schubladen, Holzart, Farbe, Stil und Epoche – und den Unterschied zwischen einer neuen Kommode aus Spanplatte und einer restaurierten Kommode aus Massivholz. Wir von Plan B Design, einer schwedischen Werkstatt, haben viele Kommoden aus den 1920er- bis 1950er-Jahren restauriert und neu lackiert. Bei keinem anderen Möbel schlägt ein altes Original ein neues so deutlich.
Die Maße: schmal, klein, hoch oder groß?
Beginnen Sie mit dem Platz, nicht mit der Kommode. Messen Sie die Wandbreite, die Tiefe, die Sie entbehren können, und die Höhe dessen, was darüber hängen soll. Danach wählen Sie den Typ:
- Schmale Kommode, 30 bis 45 cm tief und 60 bis 90 cm breit, für Flure, Nischen und enge Schlafzimmer. Alles dazu in unserem Artikel zur schmalen Kommode für den Flur.
- Kleine oder niedrige Kommode, unter 80 cm hoch, als Nachttisch, unter dem Fenster oder im Kinderzimmer. Siehe kleine Kommode.
- Hohe Kommode, 100 bis 130 cm, mit fünf bis sieben Schubladen für die Kleidung. Siehe Kommode im Schlafzimmer.
- Große Kommode, 120 cm Breite oder mehr, oft mit zwei Schubladenreihen. Sie ersetzt einen Schrank oder ein Sideboard.
Faustregel: Die Innenhöhe einer Schublade sollte mindestens 12 cm für gefaltete Pullover und 8 cm für Unterwäsche und Socken betragen. Alte Kommoden haben oft höhere Schubladen als neue – ein Grund mehr, sich für ein Original zu entscheiden.
Die Räume: Flur, Schlafzimmer, Wohnzimmer
Im Flur muss die Kommode schmal und stoßfest sein und eine Schublade für Schlüssel und Handschuhe haben. Hier wirkt eine dunkle oder schwarze Kommode am besten, weil sie Schmutz nicht zeigt. Im Schlafzimmer ist die Kommode in erster Linie Stauraum: hoch, mit vielen Schubladen, gern als Paar auch als Nachttisch – mehr dazu beim Nachttisch-Ratgeber. Im Wohnzimmer ist sie ein Statement, ein Solitär unter einem Bild, und darf dekorativer sein. Dort passt eine Rokoko-Kommode oder eine Kommode im Art-déco-Stil in schwarzem Lack; ein Beispiel für die Wirkung von Einzelstücken finden Sie in unserem Artikel über Statement-Möbel.
Holzarten: Eiche, Birke, Mahagoni, Kiefer
„Holz“ bedeutet je nach Epoche etwas anderes. Kiefer unter einer gemalten Fassung ist das gustavianische Original und die schwedische Bauernkommode des 19. Jahrhunderts. Birke, oft geflammt, steht für Swedish Grace und die 1920er- bis 1940er-Jahre. Mahagoni gehört zu Empire, Art déco und den besseren 1930ern. Eiche prägt die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und die heutige Neuware: robust, aber schwer im Ausdruck. Teak ist typisch für die 1950er und 1960er. Entscheidend ist weniger die Holzart als das, was darunter steckt: Massivholz oder Lamellenholz im Korpus und echtes Furnier auf den Fronten bedeuten Qualität, Spanplatte unter Furnier nicht. Dieselben Kriterien gelten für jedes gute Möbel; wie wir bei der Restaurierung vorgehen, beschreibt Warum restaurieren statt neu kaufen.
Farbe: Weiß, Schwarz, Grau oder Holz?
Die weiße Kommode ist die häufigste Suche und die, von der wir am häufigsten abraten: Weiß zeigt Gebrauchsspuren, vergilbt und lässt ein altes Möbel flach wirken. Perlgrau ist das gustavianische Original und funktioniert in hellen Räumen. Schwarz ist unsere Signatur: Es lässt die Form sprechen, verbirgt Gebrauchsspuren und bindet die Kommode in moderne Einrichtungen ein. Unbehandeltes oder geöltes Holz passt, wenn die Maserung schön und der Raum ruhig ist. Die ausführliche Begründung lesen Sie in Kommode schwarz und Kommode in Weiß, Blau und bunt.
Stil und Epoche: gustavianisch, Rokoko, Swedish Grace, Art déco
Die Form entscheidet mehr als die Farbe darüber, wie eine Kommode wirkt. Gustavianische Kommoden sind gerade und symmetrisch, mit kannelierten Beinen und drei Schubladen – die zeitloseste Form, ausführlich in gustavianische Kommoden. Rokoko-Kommoden haben geschwungene Front und Beine und wirken in Schwarz dramatisch. Swedish-Grace-Kommoden der 1920er-Jahre sind hoch und schmal, oft mit Intarsien; die Hintergründe erklärt Was ist Swedish Grace?. Art-déco-Kommoden haben gerundete Ecken, Sockel und grifflose Schubladen, siehe Art-déco-Möbel. Wer es älter oder schlichter mag, findet Anregungen in Vintage-Kommode. Aktuell erhältlich sind zum Beispiel die Kommode Off-Black im Rokoko-Stil (1.100 €), die Kommode schwarz-weiß mit Gold im Haupt-Stil (980 €) und die gustavianische Kommode in Petrolblau mit Gold (980 €). Alle finden Sie in der Kategorie Kommoden und Nachttische.
Alte Kommode oder neue: Warum das Original gewinnt
Eine neue Kommode für wenige hundert Euro besteht fast immer aus Spanplatte mit Folie oder dünnem Furnier. Die Schubladen laufen auf Metallschienen, die nach einigen Jahren klappern, und der Wiederverkaufswert liegt am Tag nach dem Kauf bei null. Eine alte Kommode aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist aus Massivholz gebaut, hat verzinkte Schubladen, die auf Holzleisten laufen, und hält noch hundert Jahre. Unrestauriert liegt sie auf Auktionen grob zwischen 150 und 700 €. Restauriert und neu lackiert bei uns, mit neuer Oberfläche, justierten Schubladen und aufgearbeiteten oder neuen Beschlägen, kostet sie derzeit etwa 980 bis 1.100 €. Der Unterschied zu einer neuen Kommode derselben Preisklasse: Die alte ist ein Unikat, strapazierfähiger und lässt sich erneut umgestalten. Mehr dazu in modernisierte Kommode und umgestaltete Möbel.
Worauf Sie vor dem Kauf einer alten Kommode achten sollten
- Die Schubladen. Ziehen Sie alle heraus. Sie sollten leicht laufen, an den Ecken verzinkt sein und einen intakten Boden haben. Klemmende Schubladen lassen sich justieren, gerissene Böden ersetzen.
- Der Korpus. Drücken Sie auf eine Ecke. Wackelt die Kommode, sind die Leimfugen trocken – eine einfache, aber nötige Reparatur.
- Das Furnier. Blasen und lose Kanten lassen sich verleimen, fehlende Stücke müssen in derselben Holzart ersetzt werden.
- Die Rückseite. Eine eingelassene Rückwand deutet auf Qualität, aufgenagelte Hartfaser auf die spätere Jahrhunderthälfte.
- Der Geruch. Schimmel in den Schubladen verschwindet nicht. Altes Holz und Staub schon.
So kaufen Sie bei uns
Alle Stücke, die Sie in der Kategorie Kommoden und Nachttische sehen, sind restauriert und sofort verfügbar. Sie fragen unverbindlich an, wir klären Maße, Zustand und Lieferung mit Ihnen, und die Zahlung erfolgt nach Absprache. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos. Auf Kontakt erreichen Sie uns, die Rückgabebedingungen stehen unter Widerrufsrecht und Rückgabe. Haben Sie ein Schlafzimmer mit Boxspringbett, lohnt der Blick auf unsere Nachttische: Eine kleine Kommode ist dort oft die beste Lösung.
Häufige Fragen
Welche Höhe sollte eine Kommode haben?
75 bis 90 cm sind bequem im Stehen und passen unter Fenster und Bilder. Ab 100 cm sprechen wir von einer hohen Kommode für Stauraum, unter 60 cm von einem Nachttisch.
Wie viele Schubladen brauche ich?
Drei breite Schubladen reichen für die gefaltete Kleidung einer Person. Sechs Schubladen in zwei Reihen genügen für zwei Personen. Mehr als sieben Schubladen werden meist zu klein, um praktisch zu sein.
Kann ich eine alte Kommode selbst streichen?
Ja, wenn sie bereits gestrichen ist: anschleifen, grundieren, zwei Schichten Farbe. Furnierte Kommoden verlangen mehr Vorarbeit, weil das Furnier intakt und die Fläche entfettet sein muss. Eine gleichmäßige, harte Oberfläche gelingt nur mit der Spritzpistole.




