Barschrank – der Ratgeber: Typen, Epochen, Maße und worauf Sie beim Kauf achten sollten

Ein Barschrank ist mehr als ein Schrank für Flaschen und Gläser. Er ist das Möbelstück, an dem der Abend beginnt, und meist das erste, worauf Gäste schauen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Arten von Barschränken es gibt, woran Sie die Epochen erkennen, welche Maße im Alltag funktionieren und warum ein restaurierter Vintage-Barschrank oft die bessere Wahl ist als ein neuer. Am Ende wissen Sie, welcher Barschrank zu Ihnen passt.

Barschrank oder Hausbar – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber nicht ganz dasselbe. Hausbar ist der Oberbegriff für jede Bar in den eigenen vier Wänden, vom Barwagen bis zur eingebauten Theke. Ein Barschrank ist die geschlossene Variante: ein freistehendes Möbelstück mit Türen oder Klappe, hinter denen Flaschen, Gläser und Zubehör verschwinden, wenn nicht gefeiert wird. Genau das macht ihn im Wohnzimmer so beliebt. Geschlossen ist er ein elegantes Möbel, geöffnet eine vollständige Bar mit Spiegel, Beleuchtung und Ablage.

Welche Arten von Barschränken gibt es?

  • Der klassische Standbarschrank mit zwei Türen und Innenbar. Die häufigste Form aus den 1930er- bis 1960er-Jahren, meist 120 bis 150 cm hoch. Innen finden sich Spiegelrückwand, Glashalter und eine ausziehbare Mixplatte.
  • Der Barschrank mit Klappe. Die obere Front klappt nach unten und wird zur Arbeitsfläche. Platzsparend und typisch für die 50er-Jahre.
  • Der Eckbarschrank für kleine Räume oder ungenutzte Ecken. Wie Sie mit wenig Fläche eine vollwertige Bar unterbringen, lesen Sie in unserem Beitrag zum kleinen Barschrank.
  • Der Barwagen auf Rollen. Offen, mobil und schnell dekoriert, aber ohne Stauraum und ohne den Möbelcharakter eines Schranks.
  • Das Sideboard mit Barfach. Ein Kompromiss, wenn Sie ein langes Möbel für den Fernseher oder die Wand suchen und die Bar nur ein Teil davon sein soll.

Epochen erkennen: Art déco, Swedish Modern, Retro

Die meisten Barschränke, die heute als Vintage gehandelt werden, stammen aus drei Jahrzehnten. Sie unterscheiden sich deutlich in Form und Ausstrahlung.

Art déco, 1920er bis 1940er. Geometrische Formen, geschwungene Fronten, edle Furniere wie Mahagoni oder Nussbaum, Messing und Spiegelglas. Der Barschrank als Bühne. Alles über die Merkmale und wie man sie heute kombiniert, steht in unserem Beitrag zum Art-déco-Barschrank.

Swedish Modern und Swedish Grace, 1930er bis 1940er. Die schwedische Antwort auf Art déco: schlanker, funktionaler, mit feinen Proportionen und hellem oder dunklem Furnier. Viele unserer restaurierten Barschränke stammen aus dieser Zeit, etwa der Barschrank schwarz-weiß im Swedish-Grace-Stil oder der Barschrank mit Blattgold im Swedish-Modern-Stil.

Retro, 1950er und 1960er. Schräge Beine, Klappfronten, Teak und Palisander, oft mit Innenbeleuchtung. Verspielter als die Vorgänger und heute die gefragteste Epoche. Mehr dazu im Beitrag Retro-Barschrank aus den 50er- und 60er-Jahren.

Alles, was älter als hundert Jahre ist, gilt streng genommen als antik. Was den Unterschied zwischen antik, Vintage und Retro ausmacht und worauf Sie bei wirklich alten Stücken achten sollten, erklären wir im Beitrag zu antiken Barschränken.

Retro-Barschrank der 1950er mit heruntergeklappter Front als Mixfläche, Teak und schwarzer Lack
Retro-Barschrank der 1950er: die heruntergeklappte Front wird zur Mixfläche.

Maße und Innenleben: was im Alltag zählt

Bevor Sie sich in ein Möbelstück verlieben, messen Sie den Platz. Ein Standbarschrank braucht in der Regel 80 bis 110 cm Breite, 40 bis 50 cm Tiefe und rund 130 bis 150 cm Höhe. Bei Klappfronten kommen im geöffneten Zustand 30 bis 40 cm nach vorn dazu. Prüfen Sie außerdem drei Dinge im Inneren:

  • Flaschenhöhe. Alte Barschränke wurden für kleinere Flaschen gebaut. Eine Fachhöhe von mindestens 33 cm nimmt auch heutige Gin- und Whiskyflaschen auf.
  • Spiegel und Beleuchtung. Die Spiegelrückwand ist das Herz des Barschranks und lässt Gläser und Flaschen leuchten. Eine originale Beleuchtung sollte bei der Restaurierung auf moderne, sichere Technik umgerüstet werden.
  • Arbeitsfläche. Eine ausziehbare Platte oder Klappe, auf der Sie tatsächlich mixen können, macht den Unterschied zwischen Dekoration und Bar.
Innenleben eines Vintage-Barschranks: Spiegelrückwand, Glashalter aus Messing und ausziehbare Mixplatte
Das Innenleben entscheidet: Spiegelrückwand, Glashalter aus Messing und eine Platte, auf der man wirklich mixen kann.

Schwarz, Weiß und Gold: Farbe als Statement

Ein Barschrank darf auffallen. Deshalb arbeiten wir bei Plan B Design überwiegend mit Schwarz, oft kombiniert mit weißen Mustern, Blattgold oder Messing. Schwarz lässt die Form des Möbels sprechen, bindet es in moderne Einrichtungen ein und macht das erleuchtete Innere beim Öffnen zum Kontrastmoment. Beispiele aus unserer Werkstatt: der Barschrank mit Goldrauten aus den 1960ern, der schwarz-weiß gemusterte Barschrank im Swedish-Modern-Stil und der schwarz-weiße Vintage-Barschrank der 1960er. Wie so ein Möbelstück als Blickfang im Raum funktioniert, beschreiben wir im Beitrag Einrichten mit Statement-Möbeln.

Luxus-Barschrank oder Designerstück: woran Sie Qualität erkennen

Der Begriff Luxus-Barschrank sagt wenig über den Preis und viel über die Ausführung. Ein hochwertiger Barschrank erkennen Sie an vier Dingen: Massivholz im Korpus statt Spanplatte, echtes Furnier mit durchgehender Maserung über Türen und Seiten, Beschläge aus Messing statt beschichtetem Zinkdruckguss und eine Innenbar mit Spiegel, Glashaltern und Arbeitsplatte, die tatsächlich benutzt werden kann. Alte Barschränke aus Mahagoni, Nussbaum, Teak oder Palisander erfüllen diese Kriterien fast immer, weil sie in einer Zeit gebaut wurden, in der Holz das Standardmaterial war. Neu lackiert und mit Blattgold oder Messing akzentuiert, werden sie zum Designerstück, ohne dass ein Designer-Aufpreis dahintersteht.

Wo der Barschrank stehen sollte

Der beste Platz ist dort, wo Sie Gäste empfangen, nicht dort, wo zufällig Wand frei ist. Im Wohnzimmer wirkt ein Barschrank am stärksten als Solitär an einer ruhigen Wand, mit Abstand zu Fernseher und Bücherregal. Vermeiden Sie direkte Sonne, sie bleicht Furnier und Lack. Ausführliche Tipps zu Position, Licht und Kombination mit Sofa und Sideboard finden Sie im Beitrag Barschrank im Wohnzimmer.

Restauriert statt neu: warum sich das lohnt

Neue Barschränke im Vintage-Look gibt es viele. Die meisten bestehen aus furnierten Spanplatten und altern schlecht. Ein Barschrank aus den 1940er- bis 1960er-Jahren ist aus Massivholz und echtem Furnier gebaut, hat seine erste Lebenshälfte bereits bewiesen und trägt eine Geschichte, die kein Neumöbel hat. Bei uns wird jedes Stück komplett restauriert: Oberflächen werden abgetragen und neu lackiert, Beschläge gereinigt oder ersetzt, Spiegel und Beleuchtung erneuert, Scharniere und Schubladen eingestellt. Anschließend bekommt der Schrank durch Farbe und Details einen eigenen Ausdruck. Was dabei genau passiert, zeigen wir auf der Seite Restaurierungen, und warum das ökologisch und finanziell sinnvoll ist, im Beitrag Warum restaurieren statt neu kaufen.

Preis, Lieferung und wie Sie einen Barschrank bei uns anfragen

Unsere restaurierten Barschränke kosten zwischen 2.300 und 3.850 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Der Preis richtet sich nach Epoche, Zustand und Aufwand der Umgestaltung. Die Lieferung innerhalb Deutschlands ist kostenlos und erfolgt per Möbelspedition bis in den Raum. Jedes Stück ist ein Unikat, deshalb gibt es keinen Warenkorb im klassischen Sinn: Sie senden eine unverbindliche Anfrage, wir melden uns mit allen Details zu Verfügbarkeit, Lieferung und Zahlung. Alle aktuell verfügbaren Stücke sehen Sie in der Kategorie Barschränke. Die Bedingungen zu Versand und Widerruf finden Sie hier.

Häufige Fragen zum Barschrank

Wie groß sollte ein Barschrank sein?

Für einen Haushalt mit 10 bis 20 Flaschen und Gläsern für sechs Personen reicht ein Schrank von etwa 90 cm Breite und 140 cm Höhe. Entscheidend ist die Fachhöhe von mindestens 33 cm für heutige Flaschen.

Was ist der Unterschied zwischen Barschrank und Barwagen?

Ein Barwagen ist offen und mobil, ein Barschrank geschlossen und fest platziert. Der Schrank bietet Stauraum, Spiegel und eine Arbeitsfläche, der Wagen vor allem Präsentation.

Kann ein alter Barschrank beleuchtet werden?

Ja. Viele Barschränke der 50er- und 60er-Jahre hatten ab Werk Licht. Bei der Restaurierung wird die alte Elektrik durch moderne LED-Technik mit geprüften Leitungen ersetzt, sodass das Möbel sicher und alltagstauglich ist.

Welche Epoche passt zu einer modernen Einrichtung?

Swedish Modern und Retro der 50er und 60er fügen sich am leichtesten in moderne Räume ein, weil ihre Formen schlicht sind. Art déco ist opulenter und funktioniert am besten als bewusster Kontrast.