Sideboard antik und alte Anrichte – Epochen, Zustand, Preise

Antikes Sideboard oder alte Anrichte: Epochen, Zustand, worauf Sie beim Kauf achten und was restaurierte Stücke von Plan B Design kosten.

Ein antikes Sideboard ist ein niedriges, breites Möbel zum Aufbewahren, Servieren und Zeigen, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder früher gebaut wurde. Früher nannte man es meist Anrichte. Dieser Artikel erklärt, wie sich beide Begriffe unterscheiden, welche Epochen Sie antreffen, in welchem Zustand ein altes Stück sein sollte und wie sich Preise zusammensetzen. Die Übersicht zu allen Typen finden Sie im Sideboard-Ratgeber.

Sideboard oder Anrichte: ein Unterschied der Epoche

Eine Anrichte war ursprünglich das Möbel im Esszimmer, auf dem die Speisen angerichtet wurden, bevor sie auf den Tisch kamen. Ältere Anrichten haben oft einen Aufsatz mit Regal oder Glastüren, hohe Füße und eine schwere Deckplatte. „Sideboard“ ist der jüngere, aus dem Englischen übernommene Begriff. Er bezeichnet ein flaches, langes Möbel ohne Aufsatz, das nicht nur im Esszimmer steht, sondern auch im Wohnzimmer, im Flur oder als Unterlage für einen Fernseher. Im Handel werden beide Wörter heute fast synonym verwendet. Wer nach einer alten Anrichte sucht, meint meist ein Möbel von 80 bis 90 cm Höhe, 40 bis 50 cm Tiefe und 130 bis 200 cm Breite.

Was „antik“ bedeutet

Als antik gilt im Handel traditionell ein Möbel, das mindestens 100 Jahre alt ist. Streng genommen liegen Stücke aus den 1930er-Jahren knapp darunter, werden aber häufig ebenfalls als antik angeboten, vor allem wenn sie aus der Zwischenkriegszeit stammen und handwerklich gebaut sind. Alles ab etwa 1950 wird eher als Vintage oder Retro bezeichnet; die Mid-Century-Epoche haben wir im Artikel zum Mid-Century-Sideboard beschrieben. Entscheidend für den Alltag ist weniger das Etikett als die Bauweise: Massives Holz im Korpus, Furnier auf den Fronten, Schubladen auf Holzleisten und eine eingelassene Rückwand sprechen für Qualität.

Die Epochen im Überblick

EpocheZeitraumKennzeichen eines Sideboards
Gustavianischspätes 18. Jahrhundertgerade, symmetrische Form, kannelierte Beine, zurückhaltende Beschläge; als Stil bis ins 20. Jahrhundert nachgebaut
Jugendstilum 1900geschwungene Linien, florale Ornamente, oft Glas oder Intarsien
Art déco1920er und 1930erklare Geometrie, Sockel statt hoher Beine, Muster, gerundete Kanten
Swedish Grace / Swedish Modern1920er bis 1940erruhige Proportionen, feines Furnier, dezente Details

Die gustavianische Form ist die langlebigste: Sie wurde über Generationen kopiert, sodass ein „gustavianisches“ Sideboard aus den 1940er- oder 1960er-Jahren den Stil des späten 18. Jahrhunderts zitiert, ohne so alt zu sein. Mehr zur Wurzel dieses Stils lesen Sie im Artikel Skandinavischer Landhausstil. Zum Art déco finden Sie die Details in Art-déco-Möbel, die Besonderheiten der Sideboards beschreibt der Artikel Art-déco-Sideboard.

Zustand: worauf Sie bei einem alten Sideboard achten sollten

Ein altes Möbel darf Spuren tragen, aber die Konstruktion muss tragfähig sein. Prüfen Sie diese Punkte, bevor Sie sich entscheiden:

  • Der Korpus. Drücken Sie seitlich gegen das Möbel. Wackelt es, sind die Leimfugen trocken; das lässt sich beheben, gehört aber in die Kalkulation.
  • Die Schubladen. Sie sollten leicht laufen, an den Ecken verzinkt sein und einen intakten Boden haben.
  • Das Furnier. Blasen und lose Kanten lassen sich verleimen. Fehlende Stücke müssen in derselben Holzart ersetzt werden.
  • Die Türen. Sie müssen bündig schließen. Verzogene Türen deuten auf Feuchtigkeit im Lager hin.
  • Die Beschläge. Originale Griffe sind ein Plus, fehlende lassen sich in Messing nachfertigen.
  • Der Geruch. Muffiger Geruch im Innenraum lässt sich meist ausdünsten, Schimmel dagegen nicht.

Bei Plan B Design, einer schwedischen Werkstatt, werden alle diese Punkte vor dem Lackieren behoben. Ein Beispiel ist das antike Sideboard schwarz mit Goldrahmen von etwa 1930: Es wurde in mattem Schwarz lackiert, bekam einen Innenraum in Farrow & Ball Railings und neue Griffe aus massivem Messing und schwarzem gedrehtem Naturleder. Das Stück ist 145 cm breit, 85 cm hoch und 46 cm tief und inzwischen verkauft; ein ähnliches Stück kann bestellt werden.

Preise: was ein antikes Sideboard kostet

Verlässliche Zahlen gibt es nur für das, was wir selbst verkaufen. Unsere restaurierten Sideboards liegen zwischen 1.400 und 2.400 €. Das antike Sideboard von 1930 mit Goldrahmen kostete 1.600 €, das Art-déco-Sideboard um 1930 mit Muster in Grün und Blau kostet 2.050 €, die gustavianischen Modelle liegen bei 2.300 bis 2.400 €. Den Preis bestimmen vor allem Größe, Aufwand der Restaurierung, Seltenheit der Form und Art der Beschläge. Ein unrestauriertes Stück ist günstiger, verlangt aber Zeit, einen guten Restaurator und Geduld. Rechnen Sie bei Reparatur, neuer Oberfläche und Beschlägen mit einem Betrag, der den Preisvorteil schnell aufzehrt. Mehr zur Abwägung lesen Sie unter Warum restaurieren statt neu kaufen.

Schwarz lackiert: warum die dunkle Fassung zu alten Möbeln passt

Viele alte Sideboards haben nachgedunkeltes Furnier, ungleichmäßige Flächen oder frühere Reparaturen. Ein matter schwarzer Lack macht daraus eine ruhige, einheitliche Fläche, auf der die Form sichtbar wird, und er passt in moderne wie klassische Räume. Bei uns entstehen daraus Varianten in Mattschwarz, Schwarz mit schmalen Goldrahmen oder grafisch in Schwarz und Weiß. Wie Schwarz wirkt und welcher Glanzgrad passt, beschreibt der Artikel Sideboard schwarz. Eine gustavianische Variante, die aktuell verfügbar ist, ist das Sideboard schwarz matt mit Messingbeschlägen (185 × 44 × 81 cm, 2.400 €).

So kaufen Sie bei uns

Alle Sideboards finden Sie in der Kategorie Sideboards. Jedes Stück ist ein restauriertes Unikat. Sie fragen unverbindlich an, wir klären Maße, Zustand und Lieferung mit Ihnen, und die Zahlung erfolgt nach Absprache. Die Lieferung innerhalb Deutschlands ist kostenlos. Auf Kontakt erreichen Sie uns; die Bedingungen stehen unter Widerrufsrecht und Rückgabe. Ist das gewünschte Stück bereits verkauft, kann ein ähnliches bestellt werden.

Häufige Fragen

Ab wann ist ein Sideboard antik?

Traditionell ab 100 Jahren. Stücke aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden im Handel häufig dennoch als antik bezeichnet, jüngere eher als Vintage.

Ist eine Anrichte dasselbe wie ein Sideboard?

Im heutigen Sprachgebrauch weitgehend ja. Historisch hatte die Anrichte oft einen Aufsatz, das Sideboard ist flach und lang.

Lohnt sich ein antikes Sideboard gegenüber einem neuen?

Ja, wenn es massiv gebaut und fachgerecht restauriert ist. Es ist ein Unikat, hält Jahrzehnte weiter und lässt sich erneut umgestalten.

Kann ich ein altes Sideboard in meiner Wunschfarbe bestellen?

Bei einem bestellten Stück helfen wir Ihnen, den passenden Farbton für Ihre Einrichtung zu finden. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

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